Lange Nacht Barcamp: Science Slam Vortrag

Egal ob Wissenschaft, Museum oder StartUp: In allen möglichen Bereichen eröffnen oder beenden Slams derzeit Veranstaltungsformate. Auch bei den Langen Nächten, die es so gibt, kann eine Slamifizierung beobachtet werden. Doch was ist so ein Slam eigentlich? Worin unterscheidet sich das Format beispielsweise von Pecha Kutcha, Elevator Speaches oder einem klassischen Kurzvortrag? Und was muss ich beachten wenn ich bei meiner eigenen Veranstaltung einen Slam organisieren möchte?

Im Rahmen des Lange Nacht Barcamps von Congressa, auf dem sich Veranstalter vor allem der Langen Nacht der Wissenschaft, aber auch der Museen oder der Industrie, zum Erfahrungsaustausch getroffen haben, durfte ich eine Session zum Slam-Format halten. Die Teilnehmer waren sehr interessiert daran, wie man an geeignete Slammer kommt, wollten aber auch wissen, ob ein Veranstalter seine Slammer beim Ausarbeiten des Vortrages unterstützen sollte. Ich meine, ja! Grade beim Science Slam ist es so, dass die Redner sehr dankbar über Coachings sind, wie ich sie beispielsweise für die Agentur policult anbiete. Für den Veranstalter selbst bedeutet so ein Coaching natürlich mehr Arbeit, aber am Ende profitieren alle davon – weil der Vortrag nämlich an Qualität, Witz und Charme gewinnt. Einen kurzen Abriss über die Geschichte des Slams sowie Möglichkeiten, wie man ihn in die eigene Lange Nacht einbinden kann, habe ich in diesem Pitch Deck zusammengefasst.


MELO Oberschule: KreativitätsCoaching

melo_logo_hochaufgelöstTreffen sich Hitler, Jörg Haider, eine Wutbürgerin aus Heidenau und eine blonde Russin in der Selbsthilfegruppe. Klingt wie der Beginn eines seltsamen Witzes? Ist es aber nicht. Es ist der Anfang einer Performance der K12 der MELO-Oberschule in Berlin-Moabit, ein Ergebnis von drei KreativitätsCoaching-Workshops, die ich dort mit meiner Kollegin Miriam Schmitt für die Agentur policult am 1., 2. und 3. September durchgeführt habe.

Zu Beginn jeder achtstündigen Coaching-Session haben wir gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern jeweils einer zwölften Klasse Vortragsthemen identifiziert, die einerseits am sozialen Schwerpunkt der berufsvorbereitenden MELO andocken, andererseits aber auch die Schüler selbst brennend interessieren – weil sie mit dem unmittelbaren sozialen Umfeld oder auch den eigenen Hobbies zu tun haben. Mit Hilfe von Methoden aus dem Design Thinking konnten die Teilnehmer sehr schnell sehr viele kreative Ideen entwickeln und, aufbauend auf den Vorschlägen der anderen Schüler, vorgeschlagene Themen um eigene Aspekte ergänzen.

In einem demokratischen Auswahlprozesses hat anschließend jede Klasse drei bis vier Themenfavoriten ausgesucht, um die sich fünfköpfige Teams gruppiert haben. Im zweiten Teil des Workshops stand jedes Team vor der Herausforderung, aus der Idee und den Themenvorschlägen ein stimmiges Narrativ und eine kreative Bühnenperformance zu entwickeln. Miriam und ich standen mit Präsentations-Methoden aus Design Thinking sowie unseren Erfahrungen aus den Science Slam-Coachings beratend zur Seite. Die Tatsache, dass alle Workshops in einem Kunstraum stattfanden und alle Requisiten in die Vorträge integrieren durften, entfesselte zusätzlich die Kreativität der Schülerinnen und Schüler.

Die Abschlusspräsentationen der Schülergruppen bildeten am 4. September den Abschluss der Workshop-Reihe. Es war ein ungewöhnlicher Start in das noch junge Schuljahr, der zeigte, was mit ein bisschen kreativem Input möglich ist: Da explodierte zum Thema „Drogenentzug“ ein Joint aus Papier und Puderzucker, am Beispiel von Batman wurden die Probleme von Selbstjustiz und Ehrenmord herausgearbeitet, und das nachgestellte Outing eines homosexuellen Fußballspielers brachte die Thematik der Gleichberechtigung zur Sprache. Und die Nazi-Selbsthilfegruppe? Ohne zu viel zu verraten: Oft ist Gewalt nur ein stummer Schrei nach Liebe. Und Nazis können sich – Arier hin, deutsches Blut her – auch in russische Blondinen verlieben. Das Publikum jedenfalls wurde mit einem furiosen „Stop! In the Name of Love“ ins Wochenende entlassen.

Übrigens, wer sich näher für das KreativitätsCoaching interessiert: Das Konzept zum Workshop gibt es hier.


Pizza in Frankfurt: Schlaffer Rucola in Fettsoße

Pizza_Web2.0-SeminarWaren es Reste vom Frankfurter Wochenmarkt, die wir auf unserer Pizza fanden? Oder ein in der Mikrowelle aufgewärmter Tiefkühl-Salat? Womöglich handelte es sich beim angeblichen Rucola auch um Meeresalgen – wie sonst ließe sich der penetrante Salz-Geschmack erklären, der eine unserer Seminarteilnehmerinnen des Web2.0-Seminars des pnj-Pressenetzwerk Jugendthemen seit Stunden plagt?

Eine Fettsoße führte dazu, dass der „Pizzaboden ungenießbar war“, so der O-Ton einer anderen Seminarteilnehmerin unter Schmerzen. Entschädigung bot nur der Ausblick vom Sachsenhäuser Ufer auf das neue EZB-Gebäude. Und der Lieferant kam genauso pünktlich wie unser Hunger. Trotzdem: Heute Abend wird die Seminargruppe wieder auf grüne Soße ausweichen – des könne se bessä, die Hessä!

 


MELO: Kreativitätsworkshop für Schüler

Kartenabfrage als Kreativitäts-Schub beim Schüler-Workshop an der MELO. (c) Miriam Schmitt/policult

Kartenabfrage als Kreativitäts-Schub beim Schüler-Workshop an der MELO. (c) Miriam Schmitt/policult

Angst vor dem weißen Blatt Papier müssen die Schülerinnen und Schüler der K12 der MELO Oberschule nun wirklich nicht mehr haben. Beim Kreativitätsworkshop von policult vom 20. bis 22. Mai habe ich ihnen zusammen mit Miriam Schmitt in einem Crashkurs beigebracht, schnelle und außergewöhnliche Ideen für eine Facharbeit zu entwickeln. Die drei Tagesworkshops haben wir im Auftrag der Agentur policult umgesetzt, und dabei auf Erfahrungen aus jahrelangen Science Slam-Veranstaltungen sowie aus meinem Design Thinking Studium aufgebaut.

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ScienceSlam@School feiert Premiere

MELO PausenscreenScienceSlam@School hatte Premiere, und zwar letzten Donnerstag am Tag der offenen Tür an der Marie-Elisabeth-Lüders-Oberschule (MELO)! Es geht darum selbst gewählte Inhalte aus dem Unterricht oder den Praktika der Schülerinnen und Schüler in ansprechende Kurzvorträge zu verpacken. Die Regeln sind dabei die gleichen wie bei den Science Slams: Ein Vortrag dauert zehn Minuten, ist unterhaltsam und verständlich, und am Ende bestimmt das Publikum, wer gewinnt.

Seit Wochen habe ich mit meiner Kollegin Miriam Schmitt von policult  Schülerinnen und Schüler der MELO gecoacht. Nach und nach haben wir gemeinsam Science Slam-Vorträge entwickelt: Über Verhütung, Statussymbole im Kindergarten und über die Erziehung von Kampfhunden. Jetzt sind wir stolz wie Bolle, dass unsere Schülerinnen und Schüler ihre Themen phänomenal anschaulich, witzig und verständlich vor einem 60köpfigen Auditorium präsentiert haben!

Bei policult bin ich als Projektleiter für Entwicklung und Umsetzung von ScienceSlam@School verantwortlich. Die erste Idee zu diesem Programm hatten wir im Herbst 2013, umso mehr freue ich mich, dass die Premiere so gut funktioniert hat! Das Programm beinhaltet nicht nur Science Slams von Schülerinnen und Schülern, sondern weitere Module sehen auch vor, Wissenschaftler in Schulen zu holen und dort eine Art Studienberatung auf Augenhöhe durchzuführen. Ich hoffe, dass wir in diesem Jahr noch an zahlreichen weiteren Schulen Science Slams durchführen und mit dem Programm ScienceSlam@School weitere Erfahrungen sammeln können.

Achja, die Presse mag die Idee auch. Hier ein ausführlicher Vorabbericht aus dem Tagesspiegel, da die Ankündigung in der Morgenpost, und dort eine ausführliche Review ebenfalls in der Morgenpost.


Spiel den Kiez: Es geht weiter!

Heute fand bei mir in der WG-Küche ein Arbeitstreffen vom Projekt Spiel den Kiez statt. Bei Spiel den Kiez handelt es sich um ein spielbasiertes Kommunikationstool. Spiel den Kiez ist Experiment, ist Mitreden, ist Bürgerbeteiligung und gemeinsames Stadtgestalten. Das Partizipationsspiel ist eine Initiative junger Berlinerinnen und Berliner, die sich beruflich und/oder aus Leidenschaft Stadtthemen widmen. Es basiert auf dem Planungsspiels „The Initiator, the Artist, his Advocate and the Urbanist“ (IAAU), das international bereits ausführlich erprobt wurde.

Ende August 2014 wurde Spiel den Kiez mit Unterstützung des lokalen Quartiersmanagements im Berliner Schillerkiez veranstaltet und mit Anwohnerinnen und Anwohnern gespielt. Ziel des Spiels war es, die sehr diverse Nachbarschaft des Kiezes zusammen und ins Gespräch zu bringen. Seitdem hat sich einiges getan: Im Team haben wir das Spiel evaluiert, dekonstruiert und auf seine Stärken und Schwächen analysiert. Beim heutigen Arbeitstreffen haben wir überlegt, wie wir dieses spielbasierte Tool auf andere Regionen anpassen und weiterentwickeln können.

Gute Ideen wurden gesponnen, die es nun gilt, weiterzuentwickeln. Es gibt Anfragen aus verschiedenen Städten und Kiezen. Wir haben heute den Aufschlag für ein Konzept erarbeitet, das wir bei einem nachfolgenden Meeting konkretisieren werden. Klar ist: In Spiel den Kiez steckt großes Potential, das erkennen nicht nur wir, sondern das erkennen auch externe Auftraggeber. Es steckt aber auch noch viel Arbeit in dem Projekt, die unsere Gruppe in der nächsten Zeit leisten wird.

Interessenten finden hier die Dokumentation des ersten Settings aus dem Schillerkiez.
SPIEL-DEN-KIEZ_Dokumentation2014


10. Science Slam Potsdam

Pausenfolie Potsdam_NEUDie Science Slam Saison 2015 in Potsdam ist eröffnet! Am 13. Februar habe ich im Potsdamer Waschhaus für die Agentur policult den 10. Science Slam in Potsdam organisiert und moderiert. Über 150 Leute waren im Publikum!

Passend zum Karneval habe ich, verkleidet als griechischer Finanzminister Yanis Varoufakis, in knallblauem Hemd und schwarzen Jeans nach fünf Minuten erstmal meine 10-Euro-C&A-Krawatte ins Publikum geworfen. Dann gab es ein schillerndes Line-Up: Wir haben gelernt wie sich ethnische Identität bildet. Ein Slammer kümmerte sich um Berufswünsche von Schülern. Gemeinsam haben wir gebangt, hoffentlich nicht von einem Tsunami überrollt zu werden. Wir haben gelernt, dass Gewicht von Wasser ja sicher auch eine Frage der subjektiven Wahrnehmung ist. Und wir hatten Besuch vom Frauenversteher Friedrich Schleiermacher. Als featured scientist sprang spontan Prof. Walter Sudhaus ein. Er ist Professor der Biologie an der Freien Universität Berlin und weiß einfach ALLES über das Leben in einem Kuhfladen.

Gewonnen hat den 10. Science Slam Potsdam Christian Wolf. Sein Vortrag zur Wahrnehmung von Gewicht hat ihm den Gewinner-Kürbis eingebracht! Und außerdem gab es noch eine Verfolgungsjagd quer durch die Veranstaltungshalle, weil ein Slammer nach zehn Minuten Zeit absolut nicht das Mikrofon zurückgeben wollte. Da ich das Wettrennen nur durch einen raffinierten Richtungswechsel gewonnen habe, heißt mein Vorsatz fürs neue Jahr nun: Joggen, joggen, joggen!