Zeitbild Stiftung: Green Hack

Kennste den? „Treffen zwölf Schülerinnen und Schüler auf doppelt so viele Informatiker, und sollen gemeinsam in nur 24 Stunden Apps und Computerprogramme entwickeln.“ Klingt wie ein schlechter Witz. Kommunikationsbarrieren zwischen Schülern und Hauptstadt-Nerds scheinen vorprogrammiert. Und doch hat das Format genau so im Juli stattgefunden – und dank Moderationsmethoden aus der Design Thinking Toolbox ziemlich gut funktioniert.

Doch der Reihe nach. Die 24-Stunden-Veranstaltung nennt sich Green Hack und wurde organisiert von der Zeitbild Stiftung. Im Vorfeld haben hunderte junger Menschen aus ganz Deutschland Ideen einreicht, wie man mit digitalen Lösungen gegen den Klimawandel ankämpfen kann. Die zwölf vielversprechendsten Konzepte und ihre Erfinder wurden zum Event nach Berlin eingeladen. In einem 24-Stunden-Hackathon trafen sie auf rund 30 ITler und Programmierer, bildeten Teams, identifizierten Gemeinsamkeiten und setzten direkt vor Ort ihre Ideen um. Als Coach und Moderator durfte ich durch den Workshop führen.

In einer Mischung aus Skillsharing und Speed Dating sind zunächst in drei Runden jeweils willkürlich gemixte Teams zusammengekommen, um innerhalb von nur 30 Minuten Lösungen zu entwickeln die eine ganz bestimmte Eigenschaft erfüllen – beispielsweise muss am Ende ein Roboter rauskommen, oder es muss eine Augmented-Reality Lösung sein wie Pokemon Go. Beflügelt durch diese spielerischen Entwicklungs-Übungen kristallisierten sich schnell erste Team-Zusammensetzungen und Gruppen heraus, die im weiteren Verlauf des Hackathons zusammenarbeiten wollten. Für die erste richtige Arbeitsphase gab es dann nur noch eine Bedingung: Es darf noch kein Computer zu Hilfe genommen werden. Mit dieser Einschränkung wollte ich sicherstellen, dass die Informatiker nicht gleich mit coden beginnen, noch ehe die Schülerinnen und Schüler ihre Ideen überhaupt erklärt haben. Stattdessen bekam jedes Team einen Bastelbogen um eine analoge App zu bauen: Vor-, Zurück- und Homebuttons sowie weitere Icons aus Pappe zum Ausschneiden und Aufkleben.

Die verbliebenen 15 Stunden vergingen wie im Flug. Bis zur Abschlusspräsentation sind alle Teams zusammengeblieben, Jugendliche und Informatiker haben Hand in Hand gemeinsam gearbeitet. Das Sieger-Team Green BalCOny konnte am Ende mit einem knappen Vorsprung überzeugen und freut sich über eine Prämie, um in den kommenden Wochen mit Hilfe von professionellen Programmierern die App fertig stellen zu können.