Podiumsdiskussion: Chancen und Risiken des Science Slam

Unterhaltsam, leicht verständlich und maximal zehn Minuten lang – das sind die gängigen drei Regeln für einen Science Slam-Vortrag. So einfach, so spannend: Seit mittlerweile zweieinhalb Jahren bin ich in der Science Slam-Szene mit meinem Slam „Urban Games – Die Stadt als Spielfeld“ unterwegs, habe die Slams in Berlin und Halle gewonnen und durfte außerdem unter anderem in Potsdam, Magdeburg, Lübeck, Ulm und Rostock auftreten. Als Moderator und Projektmanager bei der Agentur policult konnte ich zudem zahlreiche weitere Slams moderieren und organisieren. Immer habe ich spannende andere Slammer kennengelernt, immer habe ich meinen eigenen Horizont erweitern können – sei es zum Thema Herzrasen, Teilchenphysik oder Justin Biber.

Sind Science Slams ein geeignetes Mittel der Wissenschaftskommunikation – und wenn ja, gibt es dann Fachbereiche, in denen sie besonders gut geeignet sind? Das will nun der Bundesverband Deutscher Pressesprecher bei seinem diesjährigen Kommunikationskongress herausfinden. Am 17. September werde ich zunächst meinen eigenen Science Slam vor den versammelten Kommunikationsexperten live performen, um dann gemeinsam mit Julia Offe von www.scienceslam.de und Stefanie Terp, Pressesprecherin der TU Berlin, in einer Podiumsdiskussion über das neuartige Format zu sprechen.

In einer einstündigen Diskussion sollen wir die Chancen und Risiken des Science Slam ausloten. Dass ich als Science Slammer und Moderator dem Format wohlwollend gegenüberstehe ist klar. In letzter Zeit gibt es allerdings stärkere Kritik an einer Professionalisierung der Science Slam-Szene, mit Referenten, die immer häufiger schnelle Gags einbauen und die Inhalte vernachlässigen – wie Slammer und Biologe Cornelius Courts in diesem Beitrag anführt. Eine Verflachung des Inhaltes hat auch Magnus Klaue hier in der FAZ kritisiert, wobei der Journalist offenbar generell ein Problem mit populärer Wissenschaftskommunikation hat.

Also, Wissenschaftler zurück in den Elfenbeinturm? Bühne frei für lustige und unterhaltsame Forschung? Oder einen Mittelweg finden, bei dem sich Unterhaltung und Inhalt nicht im Wege stehen – und wenn ja, wie? Ich bin gespannt auf die Diskussion beim Kommunikationskongress. Und ich freue mich über Meinungen und Input bereits im Vorfeld.

Die Diskussionsrunde „Science Slam. Chancen und Risiken für die Wissenschafts- und Innovationskommunikation“ ist Teil des Programmes des Kommunikationskongress 2015 am 17. und 18. September in Berlin. Tickets gibt es hier

 

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