Magisterarbeit: Urban Games – die Stadt als Spielfeld

Ganz Berlin in einen Vergnügungspark verwandeln: So lautete die Mission von 500 jungen Menschen, die im Sommer 2011 Spreezone gespielt haben. Drei Wochen lang haben sie in Hostels im touristisierten Berlin-Mitte Regenwald-Selbsterfahrungsparcours aufgebaut, haben in Marzahn-Hellersdorf mit den Geistern verstorbener Haustiere telefoniert, in Halensee zu Monster-Schaukämpfen eingeladen oder in Moabit um die Wette Graffitis fotografiert. Als Sammlungspunkt der Gruppe diente das Internet, zur Koordination ein SMS-Verteiler. Wesentliche Teile des Spieles fanden jedoch jenseits von Computer und Mobiltelefon statt – auf den Straßen und Plätzen Berlins, in Hostels, Bars und Clubs. Immer wieder ließen die Spieler Passanten verdutzt zurück. Wer nicht eingeweiht war, dem blieb die Spielwelt von Spreezone verborgen.

In meiner Magisterarbeit mit dem Titel Urban Games. Die Stadt als Spielfeld untersuche ich die Effekte des Spieles auf die Spielerinnen und Spieler. Mit Hilfe teilnehmender Beobachtung gewähre ich einen sehr dichten Einblick in den Ablauf des Spieles. Nah dran am tatsächlichen Geschehen, arbeite ich anhand ausgewählter Momentaufnahmen heraus, wie sich das Spielerlebnis auf die Wahrnehmung des städtischen Umfeldes auswirkt, welche langfristigen Veränderungen es im Bewußtsein der Spielerinnen und Spieler bewirkt und was das alles mit einer Aneignung von Stadt in einem politischen Kontext zu tun hat.

Die Magisterarbeit Urban Games. Die Stadt als Spielfeld habe ich im September 2013 am Institut für Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin eingereicht. Die Arbeit wurde mit der Note 1,0 bewertet. Hier gibt es das Exposé zum Download, und hier die Magisterarbeit in der finalen Version.

 

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