MELO: Kreativitätsworkshop für Schüler

Kartenabfrage als Kreativitäts-Schub beim Schüler-Workshop an der MELO. (c) Miriam Schmitt/policult

Angst vor dem weißen Blatt Papier müssen die Schülerinnen und Schüler der K12 der MELO Oberschule nun wirklich nicht mehr haben. Beim Kreativitätsworkshop von policult vom 20. bis 22. Mai habe ich ihnen zusammen mit Miriam Schmitt in einem Crashkurs beigebracht, schnelle und außergewöhnliche Ideen für eine Facharbeit zu entwickeln. Die drei Tagesworkshops haben wir im Auftrag der Agentur policult umgesetzt, und dabei auf Erfahrungen aus jahrelangen Science Slam-Veranstaltungen sowie aus meinem Design Thinking Studium aufgebaut.

Mit Übungen wie dem „heißen Lavaball“ sowie einer Menge Moderationskärtchen und Post-Its haben Miriam und ich gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern zunächst duzende potentielle Themen identifiziert, um diese dann nach und nach auf die vielversprechendsten Vorschläge zu kondensieren. Methoden wie „silent brainstorming“ oder „Geschichte auf Wanderschaft“, die ich in meinem Basic Track der School of Design Thinking in Potsam kennengelernt habe, trugen dazu bei, dass einzelne Ideen innerhalb der Gruppe herumgereicht und nach und nach um weitere Ansätze bereichert wurden. Auf diese Weise konnten die Schülerinnen und Schüler kreative Ideen „outside the box“ entwickeln und umsetzen. Dass es sich um „irgendein mögliches“ Facharbeitsthema handelte und nicht um die eigene Facharbeit, trug dazu bei, mit einer Leichtigkeit an die Themenfindung heranzugehen, die bei einem eigenen Thema für die eigene Facharbeit und der damit verbundenen Verpflichtung auf ein ganzes Jahr nicht hätte entstehen können.

Wie ein schlüssiger roter Faden und eine gute Präsentation einen Vortrag bereichern können, das erarbeiteten sich die Schülerinnen und Schüler mit Unterstützung von Miriam und mir anhand ausgewählter Science Slam-Videos. Eingeteilt in Kleingruppen, bereiteten am Ende des Tages alle Schüler zu einem selbst gewählten Thema eine eigene kurze Präsentation vor. Die Aufgabe, auch Spiderman, einen Döner-Laden oder ein Einhorn in den Vortrag einzubauen, brachte zusätzliche Inspiration und regte zum Querdenken an. Bewusst haben wir darauf verzichtet, die Schüler eine Powerpoint-Präsentation vorbereiten zu lassen – das hätte die Gruppe zu sehr darauf fixiert, was technisch machbar ist. Stattdessen haben alle Gruppen eine Präsentation gehalten, die durch Karton, Kleber und Styropor-Materialien gestützt wurde und so „unfertig“ war – wie es auch im „Prototyping-Prozess“ von Design Thinking üblich ist. Der unfertige, improvisierte Charakter hat es für die Mitschüler erst möglich gemacht, sehr offen Feedback und Kritik zu äußern.

Am Ende konnten alle Teilnehmer das Fazit eines Schülers bestätigen: „Ein Workshop von 8 Uhr morgens bis 16 Uhr nachmittags? Am Anfang hatte ich gar keine Lust so lange in der Schule zu sitzen. Aber jetzt bin ich froh hier gewesen zu sein. Das Coaching hat mir ziemlich viel gebracht!“ Miriam und ich hoffen nun, dass die kreative Ideenfindungsphase und das bewusst improvisierte Präsentationstraining sich in der Facharbeit im kommenden Schuljahr widerspiegeln. Wir freuen uns auf Facharbeiten, deren Fragestellungen um die Ecke denken, kreativ sind und Alltagserlebnisse mit dem schulischen Lehrplan verknüpfen.

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