Zitty Berlin: Endlich frei

ZITTY_wm_Logo_r100px_Anders arbeiten, besser leben: Immer mehr Menschen sehnen sich nach Alternativen zur 40-Stunden-Bürowoche. Für die Zitty Berlin stelle ich in diesem Text Sophie Bleich vor, die gemeinsam mit ihrer Agentur-Mitgründerin Mila Haegele das Büro vom Content Collective kurzerhand für ein paar Wochen nach Süditalien verlegt hat. Dieses Workation-Konzept spricht heutzutage vor allem Digitale Nomaden an, kann aber im Grunde für jeden sinnvoll sein, der ortsunabhängig arbeitet und mal einen Tapetenwechsel braucht.


Zitty Berlin: Neudefinition der Arbeit

ZITTY_wm_Logo_r100px_Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit, das wird in Berlin vor lauter Straßenfesten und Antifa-Demonstrationen oft vergessen. Die Arbeiterklasse sitzt derweil mit Laptop und Latte -Macchiato in Straßencafés oder schlägt sich als Hartz IV-Aufstocker durch. Die Arbeitgeber spannen Endverbraucher ein, um unfertige Produkte weiterzuentwickeln und Personalkosten zu sparen. Schöne neue Arbeitswelt? Die Hauptstadt ist ein Labor der Postmoderne, zwischen Selbstverwirklichung und Selbstausbeutung. Dafür gibt es viele neue Begriffe – und die alten werde neu definiert. In diesem Dossier für die Zitty Berlin gebe ich einen Überblick.


MELO Oberschule: Bewerbungs-Motivationstraining für Schüler

melo_logo_hochaufgelöstWorin bin ich eigentlich gut, und in welchem Beruf kann ich diese Fähigkeiten einsetzen? Diese Frage stand im Zentrum eines Bewerbungs-Motivationstrainings den ich gemeinsam mit meiner Kollegin Miriam Schmidt im Auftrag der Agentur policult an der MELO-Oberschule durchgeführt habe. Zielgruppe dieser viertägigen Workshopreihe vom 18. bis 21. April 2016 waren BQL-Schüler, also der Zweig Berufsqualifizierender Lehrgang, der jungen Menschen ohne Schulabschluss doch noch einen Weg in den Arbeitsmarkt ebnen soll. Im Vergleich zur Arbeit mit Nachwuchswissenschaftlern waren die Herausforderungen mit diesen jungen Menschen gänzlich anders gelagert: Die Altersspanne reichte von 16 bis 45 Jahren, Sozial- und Bildungshintergründe waren sehr heterogen und die bisherigen Biografien der Schüler alle mehr oder weniger brüchig.  Read the rest of this entry »


Zitty Berlin: Fleischbeschau

„Wurst ist nicht zum Lachen“, ruft Hendrik Haase in die Menge, Food-Aktivist und Gründer der Gläsernen Metzgerei in der Markthalle Neun. „Hört endlich auf, euch hinter euren Produkten zu verstecken. Wurst ist wie Eier, wie Käse oder wie ein guter Bordeaux!“  Leuchtende Augen im Publikum, teilweise Tränen der Rührung.

In der Heimat hören die rund 50 Fleischer und Metzger solche Mutmachersätze wohl eher selten. Sie kommen  aus Landkreisen, die Mainz-Bingen, Weilheim-Schongau oder Emmendingen heißen. In immer mehr Kleinstädten vor allem im Süden der Republik ist das große Metzgerei-Sterben angesagt. Frühere Kunden ernähren sich heute fleischloser. Wer noch zum Steak greift, kauft es im Supermarkt. Auf Einladung der Adalbert-Raps-Stiftung, einer Kulmbacher Einrichtung für Lebensmittelforschung, sind die Vertreter der darbenden Branche zum dreitägigen Seminar „Trüffeljagd“ nach Berlin gereist. Statt nach dem teuersten Pilz der Welt zu suchen, spüren sie hier den neuesten Trends im Metzgerei-Gewerbe nach, die in der Hauptstadt entwickelt werden.

Trüffeljagd“ ist eine Veranstaltung, die von ehemaligen Studierenden der HPI School of Design Thinking konzipiert wurde. Für die Zitty Berlin war ich vor Ort, habe mir die Gläserne Metzgerei in der Markthalle 9 angeschaut und mit Fleischern aus dem Schwarzwald geplaudert. Den kompletten Artikel gibt es hier zu lesen.

 


EduCamp16: SchoolSlam

SlamScience Slam – da stehen doch Wissenschaftler auf der Bühne und berichten über ihre Forschung. Kann man das Slam-Format auch im Unterricht einsetzen? Dieser Frage bin ich in meiner Session auf dem EduCamp16 in Leipzig vom 15. bis 17. April nachgegangen.

Obwohl Schülerinnen und Schüler keine eigene Forschung im akademischen Sinne betreiben, eignen sich Elemente aus dem Science Slam Format durchaus für den Schulunterricht. Indem Schülerinnen und Schüler eine eigene Fragestellung finden und eine Storyline entwickeln, um einen zehnminütigen Kurzvortrag zu halten, lernen sie nicht nur Präsentation und Storytelling. Sie erfahren auch wie fesselnd es sein kann, sich Wissen nicht anhand des Lehrplanes, sondern anhand eines selbst definierten Alltagsproblems anzueignen. Die Abschlusspräsentation eines SchoolSlams ist übrigens eine gute Gelegenheit für eine größer angelegte Bühnenveranstaltung zum Beispiel beim Sommerfest oder einem Tag der offenen Tür.

Alle Informationen zu einem School Slam gibt es in diesem Slidedeck.


EduCamp16: Design Thinking for education

Doktorhut.jogTaugt Design Thinking als Methodentool, um den Schulunterricht aufzupeppen? Mit dieser Frage habe ich mich in einer Session beim Educamp-Barcamp vom 15. bis 17. April in Leipzig beschäftigt. Design Thinking ist ein sechsstufiger Innovationsprozess, bei dem auch Schülerinnen und Schüler lernen können, anhand einer konkreten Fragestellung greifbare Ergebnisse zu entwickeln. Dabei durchlaufen sie Phasen, in denen Recherche, Teamwork, Brainstormingmethoden, Offenheit für Kritik oder auch schnelles Prototyping im Vordergrund stehen – alles wertvolle Fähigkeiten, die in dieser Form im Unterricht oft nicht vermittelt werden.

Design Thinking ist natürlich nicht geeignet, um historische Fakten auswendig zu lernen oder Mathe-Aufgaben zu lösen. Es ist aber geeignet als Tool für Projekt-Wochen, oder um in der Schule selbst Probleme anzugehen – wie beispielsweise die Sauberkeit des Pausenhofes. Die Teilnehmer waren sich außerdem einig, dass es anfangs eines ausgiebigen Coachings der Schülerinnen und Schüler bedarf, da das ungewöhnliche Setting und die aktiven Prozessschritte verlangen die eigene Comfort Zone zu verlassen – für manche dürfte diese Hürde so hoch sein, dass sie sie ohne Unterstützung nicht schaffen können.

Mögliche Workshopformate für Design Thinking an Schulen gibt es in diesem Slidedeck.


Tagesspiegel: Das erste Computer-Startup

(c) Philipp Arnoldt

Horst Zuse,Sohn und Biografien-Experte von Konrad Zuse. (c) Philipp Arnoldt

Schuster, Schneider und Friseure werden bei Zuse Ingenieure! So lautete das geflügelte Wort, das sich in den 1950er Jahren im hessischen Neukirchen herumsprach wie ein Lauffeuer. Der Krieg war gerade vorbei, und Konrad Zuse, ein wunderlicher Wissenschaftler aus Berlin, stellte Leute ein, um einen frühen Computer zu bauen. Die Zuseaner, wie sich die Mitarbeiter liebevoll selbst bezeichneten, waren hochmotiviert. In dem frühen Start-up hatten sie das Gefühl, an der Zukunft mitzuwerkeln, und arbeiteten freiwillig bis spät in die Nacht. Dennoch: Bereits 1965 musste das defizitäre Unternehmen vom Investor Rhein-Stahl übernommen werden. Wie konnte es so weit kommen?

Vor 75 Jahren erfand Konrad Zuse in Berlin den Rechner Z3. Im Gespräch mit Horst Zuse, dem Sohn des Erfinders, habe ich für den Berliner Tagesspiegel nachgezeichnet, wie der Tüftler im heimischen Berliner Elternhaus Telefonrelais und andere Schrott-Teile zum weltweit ersten Computer zusammenbastelte und warum seine spätere Firmengründung in Süddeutschland trotz hochmotivierter Mitarbeiter und visionärer Ideen gescheitert ist. Obwohl das nun alles bereits eine ganze Weile her ist, können auch heutige Startups noch davon lernen. Den vollständigen Artikel gibt es drüben beim Tagesspiegel.


tip Berlin: Fahrradstadt der Zukunft

Breite Wege, gutes Wetter, flache Straßen: Eigentlich hat Berlin alles, um die Fahrradmetropole der Welt zu werden. Eine lebendige und engagierte Fahrrad-Szene kommt in immer kürzeren Abständen mit immer neuen Ideen für mehr Fahrradfreundlichkeit. Warum dauert das trotzdem so lange? Dieser Frage bin ich für meine erste Titelstory beim tip Berlin nachgegangen.

Ein Blick in die Zukunft: Im Sommer ist die Frankfurter Allee das Paradies. Der längste zusammenhängende Wochenmarkt der Stadt ist dauerhaft auf der rechten ehemaligen Fahrspur platziert, alles duftet nach exotischen Gewürzen, Gitarrenakkorde von Straßenmusikern mischen sich mit Kinderlachen zu einer urbanen Synfonie. Die linke ehemalige Fahrspur hingegen gehört dem Funsport: Seite an Seite düsen hier Kite-Surfer, Skater und Radfahrer vom tiefen Osten Lichtenbergs schnurgeradeaus dem Fernsehturm entgegen und erreichen Höchstgeschwindigkeiten von denen sie früher in Berlin nur träumen konnten.

Könnte bald passieren, und es gibt zahlreiche Initiativen für besser Fahrradinfrastruktur, so dass man sich fragt: Wann ist es denn soweit? Ich habe mit dem Netzwerk fahrradfreundliches Neukölln gesprochen, mit Tim Lehmann vom InnoZ, der den Fahrradhighway auf der Potsdamer Stadtbahn entworfen hat, mit dem Team die einen Fahrrad-Boulevard unterhalb der U1 umsetzen wollen, mit dem Mobilitäts-Aktivisten Heinrich Strößenreuther von der Initiative Clevere Städte und mit Til Runge vom Institut für Mobilität und Gesellschaft. Ich habe mir allerdings auch die Position von Burkhard Horn von der Senatsverwaltung angehört. Diese Institution gilt in der Fahrrad-Szene als Bremser, will es aber gar nicht sein.

Bald geht es um’s Ganze. Lehmann, Strößenreuther und andere Mitstreiter werden einen Volksentscheid für bessere Fahrrad-Infrastruktur in Berlin starten. Warum die ganzen visionären Projekte dennoch nur schleppend vorankommen und ausgerechnet die CDU sich in Berlin als neue Fahrradpartei etablieren will, das steht in der aktuellen Titelstory des tip Berlin – ab heute am Kiosk erhältlich.


Design Thinking: Weiterentwicklung der Berliner Transportsysteme

Design Thinking BubblesMenschen und Güter müssen von A nach B, und dabei nehmen sie unterschiedliche Routen, haben verschiedene Geschwindigkeiten und, ja, auch unterschiedliche Verkehrsmittel. Nicht immer läuft der Transport in Berlin reibungslos ab. Da gibt es Konflikte zwischen Auto- und Fahrradfahrern, auch zwischen Fahrradfahrern und Fußgängern, und in der Sbahn nehmen die Passagiere mit schwerem Gepäck allen anderen die Sitzplätze weg. Genug Potential also, um vertrackte Probleme zu erkennen und smarte Lösungen zu finden! Am 2. April habe ich mit einigen Bekannten einen Fast Forward Schnupperkurs im D.collective gehalten, um Neulingen die Design Thinking Methode nahezubringen. Für einen Teil der Coaches war dieser Workshop der Abschluss eines einsemestrigen Online-Kurses der Design Thinking-Agentur IDEO.

Mit Post-Its, Prototyping-Material und viel kreativer Energie haben wir uns den Transport-Problemen gewidmet. Was bedeutet Transport für jeden Einzelnen? Was sind die unterschiedlichen Herausforderungen für junge und alte Menschen, Stadtbewohner und Pendler, Autobesitzer und Sportradler? Und was kann man entwickeln, um nutzerzentrierte passgenaue Lösungen zu unterstützen? Herausgekommen sind am Ende artifizielle Bäume aus Metall, an denen Räder aufgehängt werden können, faltbare Mobilitätsboxen die auch unterwegs einen privaten Rückzugsraum gewährleisten sowie ein Botschafter-Programm für mehr Rücksicht in der Ubahn. Vor allem aber haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemerkt, wie man mit Hilfe von Design Thinking in nur wenigen Stunden greifbare Lösungen für reale Probleme finden und dabei sogar noch Spaß haben kann!


Mitteldeutsche Medienakademie: Kulinarische Völkerverständigung

Deutsch-amerikanisches BlogEr gilt als die Inkarnation des amerikanischen Lebensstils: Der Hamburger. Burger King, McDonald’s und Co finden sich in Leipzig natürlich ebenso wie in ganz Europa. Doch in Mitteldeutschland entwickelt sich der Burger weiter. In speziellen Szene-Restaurants wird das belegte Buletten-Brötchen aufgepimpt, mit Bio-Fleisch belegt, mit Tofu garniert und mit Avocado verziert. Was Leipzig mit dem inoffiziellen amerikanischen Nationalgericht alles anstellt, wie mehr und mehr regionale Zutaten Einzug zwischen die Brötchenhälften finden und wieso Bionade statt Coca Cola über den Tresen gereicht wird, das habe ich als Coach gemeinsam mit fünf Teilnehmern im letzten November auf der Mitteldeutschen Medienakademie herausgefunden. Zunächst haben wir uns gefragt: Was sagt eine simple Fastfood-Kreation wie der Hamburger und seine Variationen eigentlich über die Rezeption amerikanischer Einflüsse aus? Spannend war für die Teilnehmer vor allem zu erfahren, wie ein Schnellimbiss nicht nur dem Sattwerden dient, sondern auch immer eine alltagskulturelle Spiegelung von gesamtgesellschaftlichen Strömungen ist.

Der praktische Recherche-Teil war das kulinarische Highlight des Workshops: Drei in ihrer Akzentuierung völlig unterschiedliche Burgerbuden haben wir aufgesucht, die Burger auf Herz und Nieren getestet und auch das Ambiente einer krischen Beobachtung unterzogen. Das Ergebnis ist jetzt online: In dieser multimedialen Klickstrecke vergleichen wir die originellsten Burgerbuden Leipzigs.